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Fuer ein Morgen in Freiheit- 1. Bericht

16. März 2008

Heute sollte sich endlich zeigen, ob sich die Vorbereitungen, die akribische Planung und die harte Arbeit unseres Demo-Bündnisses auch auszahlen würden: Der Tag der Demo, seit Monaten erwartet, war endlich da, als es in Köln hieß: Für ein Morgen in Freiheit.

Die erste Gruppe von Aktiven traf bereits gegen 10.30 Uhr in Köln ein- mangels Schlaf in meinem Fall erst einmal bei einer namhaften amerikanischen Kaffeehaus-Kette, bevor es dann zum ernsten Teil der Veranstaltung ging. Das Wetter war gut, morgens noch kühl, aber bald wärmer, und sehr angenehm sonnig und trocken- auch Petrus hat ein Herz für Datenschützer, so schien es. Die nächsten Stunden standen ganz im Zeichen der Vorbereitungen: Die Infostände vom AK Vorratsdatenspeicherung, von der Linken, den Grünen, der Piratenpartei und dem Chaos Computer Club wurden von den jeweiligen Betreibern aufgebaut, während für den Rest der Aktivisten der Aufbau des als Bühne zu verwendenden LKWs, der Soundanlage und der Stromversorgung im Mittelpunkt stand. Auch eine Million Kleinigkeiten mussten geklärt werden, damit später alles reibungslos ablaufen konnte. Das Presseteam und die Redner nahmen auch schon den von Franco mitgebrachten Tourbus in Beschlag, in dem es sich sehr schön ungestört arbeiten ließ.

Es folgten einige Soundchecks, die doch positives Erhoffen ließen in Bezug auf die zum Einsatz kommende Technik. Insbesondere im Vergleich zu unserer ersten Demo, bei der die auch für die Reden zum Einsatz kommenden Megaphone bereits mit der hinteren Hälfte der damals knapp 500 Teilnehmer doch teilweise überfordert waren, war dieser Teil der Veranstaltung bei „Für ein Morgen in Freiheit“ wirklich extrem professionell.

So langsam begann dann auch das Vorprogramm mit Klaus dem Geiger, während sich parallel der Roncalliplatz immer weiter mit Menschen füllte. Transparente und Mottoshirts, soweit das Auge reichte, boten für diesen frühen Zeitpunkt ein bereits sehr erfreuliches Bild. Eine erste Anfrage bei der ebenfalls bereits anwesenden Polizei ergab eine Schätzung von in diesem Moment bereits etwa 600 Teilnehmern, womit wir schon, bevor es losging, unsere vorherige Demo überholt hatten. Und es sollten ja noch wesentlich mehr Demonstranten kommen.

Gegen 14 Uhr begrüßte dann Klaus die Anwesenden offiziell und es gab die ersten beiden Reden. Dr. Frank Überall vom Kölner Journalistenverband sprach von den Auswirkungen der verschärften Überwachung auf die journalistische Arbeit. Eine in meinen Augen sehr gute und auch agitatorisch gelungene Rede, die die Teilnehmer für die Laufdemo schön in Stimmung versetzte, hielt padeluun vom FoeBuD e.V, in Datenschutz-Kreisen von kaum einer Demo wegzudenken, der betonte, dass jetzt die Zeit zum Handeln, die Zeit für die Schaffung einer den Datenschutz respektierenden Gesellschaft gekommen sei. Sehr schön und motivierend- wir, die wir uns an diesem Tag auf dem Roncalliplatz eingefunden hatten, waren wohl allesamt fest entschlossen, diese Gelegenheit zu nutzen.

Nach diesen ersten beiden Reden (die anderen sollte es erst auf der Abschlusskundgebung geben) formierte sich dann langsam der Zug für die Laufdemo. Für mich hieß das, dass ich als Ordnerin alle Hände voll zu tun und vor allem soviel wie möglich im Blick zu behalten hatte- eine etwas stressige, aber auch sehr spannende Erfahrung (mein letzter Einsatz in diese Richtung lag bereits um die fünf Jahre zurück; bei der Demo im November hatte die Demo-Leitung diesen Teil der Aufgaben in weiten Teilen delegiert). Insbesondere galt es natürlich, unsre „Promis“, Petra Pau und Volker Beck, aus eventuellen Schwierigkeiten herauszuhalten. Diese gab es aber nicht; ein paar schwarz gekleidete, etwas sehr linke junge Mit-Demonstranten versuchten zwar zwischenzeitlich immer wieder einmal, sich in den Vordergrund zu spielen, waren aber im wesentlichen friedlich- nichts, was die auch dieses Mal wieder sehr freundlich und professionell agierende Kölner Polizei nicht problemlos unter Kontrolle gehabt hätte. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an die Ordnungskräfte für den Schutz bei dieser Demo, die wieder vollkommen friedlich und konstruktiv verlief- ich kann nur meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass die Zusammenarbeit auch in Zukunft immer so gut sein wird.

So bewegte sich der Demozug durch die Innenstadt, zum Erstaunen der Passanten, die allerdings schnell von den Teilnehmern informiert und mit Flyern versorgt wurden. Uns allen war denke ich zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass die Demo ein Erfolg werden würde, und dementsprechend Spaß machte es, an der Spitze dieser Menschenmenge durch Köln zu ziehen. Auch unsere Politprominenz schien sich durchaus wohl zu fühlen- überhaupt war ich positiv überrascht, wie locker und sympathisch Petra Pau und Volker Beck sich auf dieser Demo präsentierten.

Für meinen Geschmack fast schon zu schnell tauchte der Dom wieder vor uns auf und wir waren fast schon wieder bei der Bühne und damit dem Ort der Abschlusskundgebung angekommen. Wir liefen noch eine kleine Ehrenrunde und fanden uns dann wieder auf dem Roncalliplatz ein. Hier gab es auch eine offizielle Schätzung der Polizei zur Teilnehmerzahl: An die 2000 Leute waren mit uns auf der Straße. Ein sehr ermutigendes Ergebnis unserer Bemühungen, das ich auch den zwischendurch auf dem Presse-Handy anrufenden Medienvertretern stolz mitteilen konnte.

Abschlusskundgebung hieß natürlich auch, dass die weiteren Reden folgen sollten- da ich direkt mit der Eröffnungsrede dran war, hieß das für mich, dass ich nach ein paar einleitenden Worten von Klaus bereits auf der Bühne stand. Mein Thema war das Verhältnis von Freiheit, Privatsphäre und Sicherheit, derzeit ja ein Themenbereich, mit dem ich mich besonders intensiv beschäftige und zu dem ich den Anwesenden meine Gedanken mitteilen wollte, Die Beurteilung überlasse ich selbstverständlich Anderen; ich persönlich war jedenfalls sehr erfreut über die Reaktion des Publikums, die gute Stimmung und überhaupt die Ehre, in diesem Rahmen sprechen zu dürfen. Eine bessere Gelegenheit, mit seinem Anliegen Menschen zu erreichen, gibt es wahrscheinlich kaum- jedenfalls keine so unmittelbare.

Nach mir sprachen noch zahlreiche andere Redner. Insbesondere Petra Pau hielt wie ich fand eine sehr gute Rede; besonders im Gedächtnis geblieben ist mir daraus der Satz: „Der beste Verfassungsschutz sind nach wie vor die engagierten Bürgerinnen und Bürger.“ Eine riesige Motivation, sich weiter zu engagieren, eine Würdigung unseres Einsatzes und vor allem auch eine Erinnerung daran, wie wichtig es in einer Demokratie ist, selbst Verantwortung zu übernehmen und nicht alle wichtigen Gestaltungsprozesse der Regierung und den Gerichten zu überlassen- immerhin bedeutet Demokratie ja, dass das Volk letzten Endes die Macht, was ebenso ein Privileg wie eine Verpflichtung ist.

Ebenfalls positiv fiel mir die Rede von Andrea Kamphuis, Sprecherin des Vereins der freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL), auf, da diese auch die Problematik ansprach, dass verstärkte Überwachung nicht nur die Privatsphäre und die freie Meinungsäußerung, sondern auch den freien Zugriff auf beruflich wichtige Informationen einschränkt: „Wir müssen uns die nötigen Informationen da beschaffen, wo wir sie kriegen können. Ich habe schon Webseiten besucht, mit deren Betreibern ich unter keinen Umständen in Verbindung gebracht werden möchte. Neugier gehört zum Metier. Wo im Netz ich mich herumtreibe, geht keinen etwas an; niemand hat das Recht, daraus ein Profil zu erstellen oder Rückschlüsse auf meine Gesinnung zu ziehen.“ Diese Sätze sprachen mich persönlich besonders an, da ich als sowohl politisch interessierter Mensch als auch Informatik-Studentin mit besonderem Interesse für IT-Security (ich erinnere da an gewisse schöne Paragraphen, die im letzten Sommer verabschiedet wurden) die zugrunde liegende Problematik nur zu gut nachvollziehen kann. So anders als den Autoren, Journalisten und Lektoren geht es uns in dieser Hinsicht oft nicht. Davon abgesehen kann man meines Erachtens nicht oft genug betonen, wie wichtig eine möglichst gute Informationslage der Bevölkerung für einen informierten gesellschaftlichen Dialog und das Verhindern einer von Angst, Misstrauen und gefährlicher Pseudo-Sicherheit geprägten Überwachungsgesellschaft ist.

Zwischen den Reden gab es Live-Musik, was für das Publikum eine willkommene Möglichkeit war, sich zwischen politischer Agitation und harten Fakten einmal etwas zu entspannen. Mir persönlich gefiel vor allem die Gitarren-Musik von AnyWay sehr gut.

Nach dem Ende der Kundgebung hieß es dann aufräumen (was im Vergleich zum Aufbau erstaunlich schnell ging) und, für das Presseteam, so schnell wie möglich eine aktuelle Presse-Erklärung herausbringen. Interessante Fakten und O-Töne gab es zum Glück genug, und da drei der FiS-Mitglieder ihre Laptops am Start hatten, war auch die technische Seite problemlos lösbar. Anschließend ging es dann für die meisten Organisatoren und auch viele Demo-Teilnehmer noch ins Leos, wo man bei diversen Getränken den anstrengenden, aber auch extrem erfolgreichen Tag gemeinsam ausklingen ließ. Jetzt bleibt es abzuwarten, wie das Presseecho in den nächsten Tagen noch aussehen wird; bis jetzt war die Berichterstattung der Medien gar nicht so unerfreulich. Und anschließend werden wir dann wahrscheinlich schon die nächsten Projekte planen, denn wie ich bereits in meiner Rede sagte: „Wir wollen in Sicherheit leben und wir wollen unser Leben leben können, ohne dabei ständig überwacht und kontrolliert zu werden. Das ist möglich, davon sind wir überzeugt- und wir werden nicht schweigen, bevor wir es bekommen!“

UPDATE: Mittlerweile berichtet auch Markus von FiS über die Demo.

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24 Kommentare leave one →
  1. derPUPE permalink
    16. März 2008 11:06 am

    Du sprichts mir in vielen Punkten aus der Seele

    a) „Für meinen Geschmack fast schon zu schnell tauchte der Dom wieder vor uns auf“ ..

    b) das Zitat von Petra Pau hat sich wirlich eingebrannt 😉

    danke an alle Beteiligten, die das Ganze zu diesem Erfolg gemacht haben

  2. ÖcherJupp permalink
    16. März 2008 4:36 pm

    Sonntag Nachmittag und ich weiß immer noch nicht, was ich von der gestrigen Demonstration halten soll…

    Vielleicht liegt es daran, dass ich meine Erwartungen im Vorfeld darauf festgelegt hatte, alles (oder zumindest vieles) würde ähnlich verlaufen, wie auf der Demo im September. Bloß mit mehr Leuten und einer besseren Technik für die Redner.
    Dass mit der steigenden Bekanntheit des Demothemas und des wachsenden Demoumfanges, die Gefahr von Trittbrettfahrern steigt, lässt sich leider nicht verhindern. Aber warum musste zwei politischen Parteien solch eine große Plattform eingeräumt werden?
    Bündnis90/Grüne sind mitverantwortlich für den mittlerweile vom Bundesverfassungsgericht gekippten Abschussparagraphen des Luftsicherheitsgesetzes (ein anderer Teil des Gesetzes, der alle Privatpiloten zur Zustimmung einer lebenslangen Bespitzelung durch so ziemlich alle Behörden und staatlichen Dienste zwingt, gilt aber nach wie vor) und die Einführung der Pässe mit biometrischen Daten. Die Linke hat in der Berliner Landesregierung im November 2007 einer massiven Ausweitung der Videoüberwachung und Erweiterung der Polizeibefugnisse zugestimmt. Die Teilname dieser beiden Parteien an der Demo kann also nur als heuchlerische Werbung für ihre Feigenblätter „Bürgernähe“ und „Verteidigung der Grundrechte“ gesehen werden und war meiner Meinung nach ein deutlicher Minus-Punkt der Demo.

    Wofür die Organisatoren allerdings nichts konnten, war die wohl perfekteste Kaperung einer Demonstration, die ich bisher gesehen habe. Was der AGB da an Technik (3 modern ausgerüstete Kamerateams), Propagandamitteln (Kinder mit Plakaten, kranke Leute in Rollstühlen) und Material (Flugblätter, Plakate, T-Shirts) aufgefahren hatte, war schon fast beängstigend. Mein erster Gedanke bei der Ankunft auf dem Roncalliplatz war „Hmm, alles ziemlich RFID-lastig. Hab ich da jetzt was verpasst?“ und der nächste „Naja, ist wohl grad nur Zufall, dass die alle hier in der Ecke stehen.“
    Durch Gespräche an einem Stand etwas aufgehalten, bin ich erst sehr spät in den Demozug eingestiegen und fand mich dann in den letzten 50 Metern wieder, sprich AGB-Hardcore und „RFID ist Genozid“-Transparent in unmittelbarer Nähe. Mitgehörte und selbstgeführte Gespräche („Wieso ist RFID denn Völkermord?“) ließen schlimmste Verschwörungstheorien erahnen und der einzige Gedanke war „Bloß schnell weg hier, Flucht nach vorne“. Leider war das schwerer als gedacht, der AGB-Teil nahmen gar kein Ende. Und ständig von deren Kameras gefilmt zu werden und nicht zu wissen, in was für Werbefilmen man dann als vermeintlicher AGB-Unterstützer missbraucht wird, verstärkte den negativen Eindruck noch mal erheblich. (Ach ja, die rundum-lückenlos-wir-wissen-auf-welcher-demo-sie-waren-Kamera der Polizei war ja auch noch im Einsatz; ist das eigentlich eine Bestätigung, dass man ernst genommen wird?)
    Wie professionell die AGBler organisiert waren und wie wenig sie eigentlich mit dem Demothema zu tun hatten, ließ sich dann auch während der Abschlusskundgebung sehen: War der Roncalliplatz zunächst noch recht gut gefüllt, bedurfte es eines kurzen Signals des AGB-Oberjupps und die Zahl der Anwesenden war soweit gesunken, dass ich glaube, dass bei der Abschlusskundgebung im September mehr Leute da waren.

    Ein paar Anmerkungen zu den Reden, hauptsächlich organisatorisches von einem Außenstehenden (ich hoffe, das kommt jetzt nicht zu rechthaberisch und besserwisserig rüber ;-)).
    Zunächst hierzu ein kurzes Film-Zitat: LAUTER!
    Die Reden vor dem Zug waren z.B. am Piratenstand nicht mal mehr zu erahnen.
    Die erwähnten Soundchecks: Es macht einen Riesenunterschied, ob man so was auf einem leeren Platz macht oder wenn da 1500 Leute mit Plakaten stehen. Ein Soundcheck vor Eintreffen der Teilnehmer ist nur ein Check „Funktionieren die Boxen? Ja-Nein“ (nicht umsonst haben bei großen Konzerten die Soundleute während des ersten Stückes die meiste Arbeit, weil alles nachgeregelt werden muss). Zwischen Bühne und der Reihe mit den Ständen war eine Box auf dem Boden platziert. Wenn sich da zwei Leute mit einem auf dem Boden abgestellten Poster hinstellen, ist die Box wertlos (Boxen besser hoch positionieren).
    Auch fand ich die Anordnung der Reden allgemein im Gesamtablauf ungünstig. Warum wurden die inhaltlich sehr guten Reden der eigentlichen Demo-Organisatoren nicht vor den Demozug gehalten? Es wären erheblich mehr Zuhörer gewesen und die Aufmerksamkeit ist vor einem Demozug auch deutlich größer. Ruhig die meisten Reden vor dem Demozug, dann Laufen, und zum Abschluss eine (vielleicht auch zwei) längere Abschlussrede(n) mit einem würdigen Schlusspunkt. Die 68er-Flower-Power-Nummer zum Ende kann man eigentlich nur als gelungenen „Rauswerfer“ beschreiben.

    Sonntag Nachmittag und ich weiß immer noch nicht, was ich von der gestrigen Demonstration halten soll…

  3. 16. März 2008 4:46 pm

    Was du da schreibst ist, mit Verlaub, pure Schönrednerei.

    Nur um mal ein paar Punkte herauszupicken:

    „noch einmal ein großes Dankeschön an die Ordnungskräfte für
    den Schutz bei dieser Demo, die wieder vollkommen friedlich und
    konstruktiv verlief“

    Oder auch auch nicht: u.a. blockierten Demonstranten ca. 15 min. lang einen
    Wagen der Polizei, der die Demo filmte. Anscheinend wurde damit erfolgreich
    erzwungen, dass diese (nicht gerechtfertigten) Aufnahmen beendet
    wurden. „Konstruktiv“ ist das allerdings nicht.

    „…wie locker und sympathisch Petra Pau und Volker
    Beck sich auf dieser Demo präsentierten“

    Unter anderem allerdings nicht immer korrekt: Volker Beck behauptete unter
    anderem tatsachenwidrig, seine Partei hätte die Einführung biometrischer
    Pässe nicht unterstützt.
    Außerdem musste die Demo wegen einer Verspätung der Politprominenz warten –
    nicht gerade zur Freude der Demonstranten.

    „Für meinen Geschmack fast schon zu schnell tauchte der Dom wieder vor uns
    auf und wir waren fast schon wieder bei der Bühne und damit dem Ort der
    Abschlusskundgebung angekommen. Wir liefen noch eine kleine Ehrenrunde und
    fanden uns dann wieder auf dem Roncalliplatz ein“

    Die Ehrenrunde wurde nötig, weil man den schwarzen Block, der sich an die
    Spitze der Demo gesetzt hatte, loswerden wollte. Das gelang, indem man ihm
    den Weg über den Domvorplatz ließ und eben diese „Ehren“-Runde drehte.

    „Zwischen den Reden gab es Live-Musik, was für das Publikum eine
    willkommene Möglichkeit war, sich zwischen politischer Agitation und
    harten Fakten einmal etwas zu entspannen.“

    Oder einfach nach Hause zu gehen, was viele der Demonstranten dann auch taten.
    Nachdem die vielfach kritisierte (und hier nie erwähnte)
    Anti-Genozid-Bewegung (AGB) vor Ende der Reden abzog, war nur noch ein
    bruchteil der Teilnehmer vorhanden. Christoph Brüning sprach als
    Schlussredner (mit deutlicher Kritik u.a. anderem an Petra Pau und Volker
    Beck, die hier auch nicht erwähnt wurde) vor vielleicht noch 100 Leuten,
    allesamt aus den veranstaltenden Gruppierungen.

    Danach folgte noch eine spontane Rede eines AGB-Mitglieds, der u.a. krasse
    Lügen brachte (RFID-Chips sollen allen Menschen unter die Haut gepflanzt werden, erheben und funken 24/7 Daten u.a.).

    Bei den angeblich 2000 (eher weniger) Teilnehmern der Demo handelt es sich zu
    mindestens der Hälfte um Anhänger der AGB, die augenscheinlich in ganzen
    Familienverbänden z.T. sogar aus der Schweiz angereist waren. Diese Menschen
    können zumeist nicht erklären, wie ein RFID-Chip (gegen die sie
    demonstrierten) funktioniert oder auch nur, was er kann.
    Trotzdem verteilten sie (u.a. auch kleine Kinder) Flyer, indem vor einem
    Genozid an Christen durch die Einführung von RFID-Chips gewarnt wird.

    Bei der AGB handelt es sich augenscheinlich um eine freikirchliche Gruppe,
    deren Standpunkten man sich auf jeden Fall _vor_ der Demo hätte
    auseinandersetzen müssen.

    So weit,

    Grüße, Simon

  4. Annika permalink*
    16. März 2008 5:28 pm

    @ÖcherJupp: Vielen Dank erst einmal für die sehr konstruktiv formulierte Kritik.

    Über die Beteiligung der Parteien lässt sich sicher diskutieren (was wir im Vorfeld selbstverständlich auch getan haben) aber wenn sich diese Bemühen, eine bessere Politik durchzusetzen, sollte man das auch unterstützen, auch, wenn sie in der Vergangenheit einiges verbockt haben. Ansonsten könntest du wahrscheinlich niemanden mehr zu deinen Demos einladen, denn wer hat nicht schon Fehler gemacht? Dass sich diese Parteien, sollten sie an die Macht kommen, dann an ihren Aussagen in der Oppositionszeit messen lassen müssen, versteht sich imo von selbst. Die Vertreter der Parteien, die an der Demo-Orga beteiligt waren, habe ich jedenfalls sehr verlässliche, engagierte und ehrlich an der Thematik interessierte Mitstreiter kennengelernt, ohne deren Beitrag unser Erfolg sicher kleiner gewesen wäre. Außerdem hatten wir immerhin die Vertreter dreier verschiedener Parteien am Start, was doch schon ein ziemliches Ausmaß an Kooperationsbereitschaft signalisiert- und es lief wirklich erstaunlich gut.

    Was die AGB angeht, waren die Organisatoren genauso überrascht wie die Teilnehmer, dass diese auf einmal geschlossen mit an die 500 Mann ankam. Die AGB hatte uns zwar verlinkt, aber wenn jede Orga, die das tut, mit 500 Mann und straff organisiert zur Demo käme, hätte in Köln wohl Ausnahmezustand geherrscht.

    Was es mit dem filmen der Demo durch die Polizei auf sich hatte, weiß ich nicht genau, ich vermute aber mal, dass es mit der Antifa zu tun hatte, da diese sich z.T. vermummt hatten. Angenehm ist sowas sicher nicht, aber so, wie ich die Polizei ansonsten erlebt habe, gab es wahrscheinlich Gründe dafür.

    Was die Technik angeht, hast du wohl recht. Allerdings gab die verwendete Hardware wohl nicht mehr her in Sachen Lautstärke, der Roncalliplatz ist halt doch verdammt groß.

    Eine andere Aufteilung der Reden sollten wir uns wohl für’s nächste Mal überlegen. Diese Erfahrung mussten wir wohl erst einmal machen; wir hatten angenommen, dass nach der Laufdemo die Aufmerksamkeit eher größer ist. Dass dir unsere Reden gefallen haben, freut mich natürlich 😉

    Der Schlussredner war sicher ein Fehlgriff. Er kam mit einem fertigen Manuskript an und wollte reden, und die Demo-Orga hat den Fehler gemacht, darauf einzugehen. Als wir gemerkt haben, was da z.T. für Aussagen kamen, tat uns das auch schon leid…

  5. Annika permalink*
    16. März 2008 6:00 pm

    @Simon Columbus: Was deinen allerersten Satz angeht- ich weiß, dass Wahrnehmung und Einschätzung einer Situation ziemlich stark variieren können, aber gegen eine solche Unterstellung verwahre ich mich entschieden. Ist im übrigen auch kein sehr beeindruckender Diskussionsstil, direkt mit sowas einzusteigen, oder?

    Die Blockierung eines Polizeiwagens habe ich nicht mitbekommen, falls es so gewesen ist, muss die Polizei aber entsprechend souverän damit umgegangen sein, wenn nicht einmal die Ordner etwas bemerkt haben. Dass kleinere Reibereien bei Anwesenheit diverser Gruppen mitunter vorkommen, kennt man ja nun auch- bei meinem Fazit bleibe ich trotzdem. Wir hatten sehr unterschiedliche Leute da und haben zusammen etwas wirklich gutes auf die Beine gestellt, anstatt uns gegenseitig Ärger zu machen.

    Wenn Volker Beck etwas tatsachenwidriges behauptet hat (ich war zu diesem Zeitpunkt, falls du seine Rede meinst, gerade im Telefonat mit einem Pressevertreter und kann daher nichts dazu sagen) ist das wohl kaum der Demo-Orga anzulasten, wir kontrollieren die Reden ja nicht vorher. Möglicherweise geht es ja auch um ein Missverständnis, dazu kann ich wie gesagt nichts sagen.

    Den schwarzen Block hatten wir zu dem von dir genannten Zeitpunkt längst aus dem Verkehr gezogen. Das sollte ich als Ordnerin wohl wissen, ich hatte ständig Funkkontakt mit dem Rest der Ordner.

    Deine Zahlen erscheinen mir ziemlich subjektiv; laut der Polizei umfasste die AGB um die 500 Leute und auch ich hatte nicht den Eindruck, dass wir am Ende mit nur noch 100 Leuten dastanden. Sicher wurde es weniger, aber das lag z.T. wahrscheinlich auch daran, dass einige Teilnehmer keine Zeit mehr hatten, jedenfalls definitiv nicht nur an der AGB- wie gesagt, sie hatten durch ihre Organisation eine beachtliche Präsenz, aber so viele waren sie nun auch wieder nicht.

    Und was die Forderung angeht, wir hätten uns mit „deren Standpunkten auseinandersetzen“ müssen- sollen wir das bei jeder Orga tun, die den Demo-Aufruf verlinkt? Könnten wir wahrscheinlich machen, nur, wer plant dann die Demo? Außerdem waren diese Leute weder gewalttätig noch verfassungsfeindlich. Ich teile ihre Ansichten und Vorstellungen in keiner Weise, aber solange sie sich an die Regeln halten, dürfen sie auch mit uns demonstrieren- oder sollen wir in Zukunft nur noch Menschen auf unseren Demos zulassen, deren Weltanschauung uns gefällt? Freiheit umfasst auch, an Dinge zu glauben, die Leute wie du und ich absurd finden.

    Ich hoffe, ich konnte zur Klärung beitragen.

  6. xxx permalink
    16. März 2008 6:14 pm

    Ich finde es einfach nur bescheuert das ihr die Antifa kritisiert, ich bin selber mitgegangen (beim schwarzen Block) und kann euch sagen warum wir am Ende ganz nach vorne gegangen sind:
    Diese sogennanten AGB Leute haben uns sozusagen eingekesselt… Wenn man das so sagen darf, die haben die Spitze des Tzges gebildet und die Seiten des Zuges, und da wir auf so einen Scheiss keinen Bock haben wollen wir auch mal nach Vorne… Ausserdem habt ihr uns nicht abgeschüttelt, sondern wir sind nochmal mit dem schwarzen Block in die Innenstadt rein und haben dort einen Umweg gemacht weil wir keinen bock auf diese AGB Leute hatten…

  7. Annika permalink*
    16. März 2008 6:23 pm

    Also, immer wenn ich geschaut habe, waren an der Spitze unsere beiden Politpromis zusammen mit ein paar Ordnern, Demo-Orga und Leuten vom AK Vorratsdatenspeicherung und der Piratenpartei mit Transparenten…

  8. 16. März 2008 6:28 pm

    @ xxx:

    Das stimmt nicht. Punkt.

  9. xxx permalink
    16. März 2008 9:00 pm

    Na und die Antifa ist trotzdem besser als ihr alle zusammen.

  10. Sera permalink
    16. März 2008 9:40 pm

    Ich demonstriere normalerweise nicht und nur wegen der vielen netten Leute vom AK Vorrat, den Piraten etc. tut es mir nicht leid, gestern eine Ausnahme gemacht zu haben. Ich hatte wirklich nicht erwartet, dass die Hälfte der Teilnehmer abstruse Ansichten und Ziele vertritt. Ich meine damit sowohl den „schwarzen Block“ (wenn laut deren Flugblatt die Organisatoren und die Demo sch*** waren, was wollten die denn da überhaupt?), als auch die ABG. Bei letzterer weiß ich gar nicht mehr, was ich dazu sagen soll, bei so krassen Wahrnehmungsproblemen mit der Realität bleibt mir echt die Spucke weg. Mir ist schon klar, dass Ihr Organisatoren nicht ahnen konntet, dass diese Fundi-Christen-Welle auf Euch zuschwappt, das soll auch kein Vorwurf sein. Ich fürchte allerdings, diese Demonstration hat einige Zuschauer davon überzeugt, dass Datenschutzaktivisten an Wahnvorstellungen leiden.

  11. qim permalink
    16. März 2008 10:21 pm

    Ich fand die Antifa-Leute gar nicht so schlimm, aber natürlich hatte man „Schiß“, das was passieren würde. Ich find’s schön, dass der schwarze Block friedlich geblieben ist und das sollte nicht unerwähnt bleiben.

    Dass so eine Demo auch „Spinner“ anzieht, ist ganz klar. Ich erinnere mich an einen Typen, der einen Zettel hoch hielt mit den Worten: „Schäuble ist eine Marionette der Illuminaten“. Ne, was haben wir gelacht…

    Und die AGB-Leute waren schon recht „creepy“. Aber sowas kann man wohl leider nicht verhindern. :-/

    Auch zwischendurch bekam man immer mal Zettel von Leuten in die Hand gedrückt, die „Freiheit ist Sicherheit“ auf ihre ganz eigene Art interpretiert haben. Das war teilweise schon recht nervig und wir haben dann jeden angebotenen Zettel mit „Danke, haben wir schon“ verweigert.

    Nicht so toll fand ich den Weg. Der war beim letzten Mal irgendwie „aufregender“. 🙂

  12. ÖcherJupp permalink
    16. März 2008 10:37 pm

    @Annika, #6

    [Zur Beteiligung der Grünen+Linken]
    > … aber wenn sich diese Bemühen, eine bessere Politik durchzusetzen, sollte man das
    > auch unterstützen, auch, wenn sie in der Vergangenheit einiges verbockt haben.

    Was die Grünen angeht, haben diese ihre Chance mehrfach bekommen, und leider auf gesamter Linie sprich Landes- und

    Bundesebene versagt.
    Früher wirkliche Opposition, heute nur noch willfähriger Mehrheitsbeschaffer und An-die-Macht-kommer.

    > … Dass sich diese Parteien, sollten sie an die Macht kommen, dann an ihren Aussagen
    > in der Oppositionszeit messen lassen müssen, versteht sich imo von selbst.

    Ein tiefer Griff in die Sprüchekiste:
    „Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.“
    (Otto von Bismarck)

    Da geben sich die Parteien in Deutschland nun wirklich nichts mehr. Und als kleine Oppositionspartei hat man im Fall einer

    Regierungsbeteiligung noch den Vorteil, die Nichteinhaltung von Wahlkampfaussagen als notwendige Kompromisse gegenüber dem

    größeren Regierungspartner zu verkaufen. Neenee, die Masche zieht nicht mehr.

    > Was es mit dem filmen der Demo durch die Polizei auf sich hatte, weiß ich nicht
    > genau, ich vermute aber mal, dass es mit der Antifa zu tun hatte, da diese sich
    > z.T. vermummt hatten. Angenehm ist sowas sicher nicht, aber so, wie ich die
    > Polizei ansonsten erlebt habe, gab es wahrscheinlich Gründe dafür.

    Besondere Gründe brauchts dafür nicht mehr.
    Zwei Beispiele aus nächster Umgebung:
    – beim diesjährigen Rosenmontagszug fuhr vorneweg ein ebensolcher Polizeiwagen mit vollständig ausgefahrener Kamera (Foto

    davon gibts hier: http://jens.familie-ferner.de/archives/646-Rosenmontag-in-Aachen.html)
    – bei der offiziellen Aufstiegsfeier meines lokalen Fußballvereins in die 1. Bundesliga auf dem zentralen Marktplatz

    wurden drei erhöhte Podeste aufgebaut, auf denen während der gesamten Feier der BGS ununterbrochen mit langsamen

    Kameraschwenks die Fans filmte. Und das war keine Demonstration, es gab keine Vermummung, keinen irgendwie gearteten

    „Gegner“, es wurde einfach verdachtsunabhängig jeder gefilmt.
    Das Gefilmt- und Gespeichertwerden ist für den gemeinen Bürger mittlerweile allgemeines Lebensrisiko.

    > Der Schlussredner war sicher ein Fehlgriff. …

    Hmm, ich glaube, den hab ich gar nicht mehr mitbekommen. Da war noch einer von den AGBlern?
    Wenn der nur ansatzweise das erzählt hat, was auf deren Flugblättern stand, dann bin ich froh, dem Extrem-Fremdschämen

    entkommen zu sein.
    Und wie gesagt, die Bob-Dylan-Folksängerin war eine erfolgreiche „Rauswerferin“…

  13. ÖcherJupp permalink
    16. März 2008 10:54 pm

    Argh, zuerst Text nochmal durchlesen, dann erst abschicken.
    Streiche: … zu verkaufen.
    Setze: … verkaufen zu können.
    Und was ist mit der Formatierung passiert?

  14. 17. März 2008 1:28 am

    Ich wünschte mir diese Informationen in verständlichen Häppchen für eine breite Masse hier angeboten. Ansonsten besteht wohl nur Zulauf aus den Lagern derer, die sich von Haus aus eh mit der Materie beschäftigen. Toll wäre, wenn es die Menschen da draußen erreichen könnte.

  15. Annika permalink*
    17. März 2008 1:52 am

    Das ist sicher ein sehr guter Ansatz. Hast du irgendwelche konkreten Ideen? Wenn ja, wäre ich gerne dabei…

  16. johannes Ruether permalink
    17. März 2008 6:01 pm

    Zitat: „Danach folgte noch eine spontane Rede eines AGB-Mitglieds, der u.a. krasse Lügen brachte (RFID-Chips sollen allen Menschen unter die Haut gepflanzt werden, erheben und funken 24/7 Daten u.a.).“
    Lügen? Nun, vielleicht sind die AGBler ja besser informiert: Habe im Urlaub einen Holländer getroffen, der beruflich mit den Anwendungen von RFID zu tun hat. Er hat mir unter anderem erzählt, dass in Holland schon alte Menschen in Kliniken und Heimen zwangsgechippt werden (Überwachung !!!). Christen sind bezüglich des RFID sehr wachsam, da die Bibel (Apokalypse) von einem „Malzeichen“ spricht, welches kommen wird und ohne das kein Mensch mehr „kaufen“ und „verkaufen“ kann. Und laut Apokalypse sollen alle Menschen verfolgt werden, die dieses Malzeichen nicht (an ihrer Haut) annehmen. Und weil Christen gem. Apokalypse dieses Malzeichen nicht annehmen dürfen, folgt daraus der Genozid an den Christen, alles klar?

  17. Annika permalink*
    17. März 2008 8:14 pm

    Soweit ich weiß, war der Typ nicht vom AGB. Das haben mir unter anderem andere Organisatoren bestätigt, die mit ihm gesprochen haben.

  18. 18. März 2008 12:37 am

    Halloele!

    – antifa: war gut, dass welche da waren und hat gezeigt dass das noch lange keinen stress bedeuten muss. Den anti-flyer, der kursierte, fand ich zwar eher unsinnig, aber da auch/gerade die antifa keine homogene gruppe ist kann man nicht davon ausgehen, dass den die gleichen leute gemacht haben, die dann mitdemonstriert haben. Insofern kann man sie auch nicht inkonsequent nennen, denke ich. Und selbst wenn man was auszusetzen hat, kann man „die demo“ ja immer noch fuer besser halten als „garkeine demo“, und mitmachen.

    – anti-genozid-bewegung: vermutlich trotz ihrer guten organisation arme verwirrte menschen. Wegschicken kann man sie aber deswegen kaum, „wir“ haetten halt mehr sein muessen, dann waeren „die“ auch nicht negativ aufgefallen.
    Dem letzten redner hab ich nur halb zugehoert, aber zumindest am anfang hat er noch halbwegs vernuenftig geredet, meine ich, bzw. sich nicht als spinner geoutet.
    Und was die luegen angeht: ich denke mal, die reden eher von einer mehr oder weniger fernen zukunft, und wer weiss, was sich „die da oben“ noch so alles einfallen lassen. Vielleicht kriegt man ja eines tages wirklich den personalausweischip bei der geburt implantiert? Und wenn nicht, dann sind sie eben paranoid, aber noch keine luegner, denn die scheinen wirklich zu glauben, was sie sagen.

    – demo-route: fand ich gut (was ich sagen darf, da ich daran nicht beteiligt war), es gab ausreichend passanten die man informieren konnte, der platz hat auch groesstenteils ausgereicht, was will man mehr. Da hab ich schon ganz andere demos durch die wildnis/industriegebiete gesehen, wo man absolut nichts reissen konnte.

    – parteien: das wuerde ich nicht so negativ sehen. Vielleicht verbessern sich die chancen, dass zukuenftige luegen auffallen ja auch dadurch, dass sie vorher oeffentlich zu XY stellung nehmen? 😉 Und die orga-partei-mitglieder wirkten wirklich nicht wie luegner, sondern wie menschen, die tatsaechlich gegen ueberwachung sind und denen die angesprochenen fehler ihrer parteien auch nicht passen. Von der sorte sollte es da mehr geben und mit denen kann man auch zusammenarbeiten.

    Alles gute,
    rob

  19. Julia permalink
    19. März 2008 12:30 am

    „Und was die Forderung angeht, wir hätten uns mit “deren Standpunkten auseinandersetzen” müssen- sollen wir das bei jeder Orga tun, die den Demo-Aufruf verlinkt? Könnten wir wahrscheinlich machen, nur, wer plant dann die Demo? Außerdem waren diese Leute weder gewalttätig noch verfassungsfeindlich. Ich teile ihre Ansichten und Vorstellungen in keiner Weise, aber solange sie sich an die Regeln halten, dürfen sie auch mit uns demonstrieren- oder sollen wir in Zukunft nur noch Menschen auf unseren Demos zulassen, deren Weltanschauung uns gefällt? Freiheit umfasst auch, an Dinge zu glauben, die Leute wie du und ich absurd finden.“

    Genau, ich denke wir reden hier von Meinungsfreiheit und dem Recht, seine MEinung auch äußern zu dürfen. Vielleicht sind die von der AGB wirklich besser informiert. NEulich auf RTL habe ich einen Bericht gesehen, wo sich eine ganze FAmilie einen Chip in den Oberarm hat spritzen lassen, auf dem alle wichtigen Daten von KRankheiten bis wichtigen Personaldaten, gespeichert waren. In Amerika laufen schon Tausende von MEnschen mit so einem Chip rum. Warum sollte es nicht auch hier bald soweit sein? Okay, sie kamen vielleicht etwas extrem rüber und einige hatten vielleicht wirklich nicht so die Ahnung, aber deswegen das Ganze zu verwerfen scheint mir doch etwas kurzsichtig. Wir sollten vielmehr die Augen und Ohren offen halten und auch für solche Gruppierungen offen sein, denn die gehen bestimmt nicht aus Verücktheit auf die Straßen, sondern um die Leute zu warnen. Und unfundiert waren ihre Informationen nicht unbedingt. Warten wir ab, was noch alles kommt. Bis jetzt waren es doch immer Sachen, die wir niemals erwartet hätten. Vielleicht ja auch diesmal.
    Liebe Grüße
    Julia

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