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Die Reihe zur Ethik

13. November 2007

Warum eine Blog-Reihe über Ethik?

Ethik. Gut und Böse, manifestiert in einem gedanklichen System, vielleicht gar mit wissenschaftlichem Anspruch, wahlweise auch mit Anspruch auf unbeschränkte Geltung… allein die Größe der Materie macht das Thema interessant. Aber wirklich wichtig wird das Thema von Gut und Böse dadurch, dass niemand leben kann, ohne sich die Frage zu stellen, was nun das richtige, das angemessene Verhalten sei. Wertfrei kann man nur alleine leben; schon wenn man nur einen anderen Menschen zur Gesellschaft hat, braucht man Regeln, oder, um den Anschein des Konservativismus zu vermeiden, eine Verständigung über das Verhalten. Insofern ist die Ethik ein höchst menschliches, höchst kommunikationsbezogenes Thema.

Warum diese Reihe hier platzieren? Die Diskussion um Veränderungen der Gesetzgebung im Sinne größerer Sicherheit, die Bürger- und Menschenrechte, die Freiheitsfrage national, europaweit und global – all dies sind Themen, deren dominanter Faktor die Frage danach ist, was gut und was böse, was wünschenswert sein soll und wovor man sich zu hüten hat. Die philosophische Ethik liefert dazu ein Instrumentarium, sodass der, der meinen Ausführungen folgt, vielleicht die eine oder andere strittige Frage wenigstens vor sich selbst besser klären kann. Somit denke ich, dass Äußerungen über Ethik hier am rechten Platz sind.

Ein „wissenschaftlicher“ Hinweis

Ich werde im Zuge dieser Reihe ethische Vorstellungen aus vielen Zeiten und aus vielen Köpfen darstellen. Diese Darstellungen sind zum Teil zweckgebunden – das bedeutet, sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit; auch die Trennung zwischen meiner eigenen Auffassung und der herrschenden Lehrmeinung bzw. anderen normativen Äußerungen würde an vielen Stellen zu weit führen, sodass ich sie nicht in wissenschaftlicher Genauigkeit durchführen werde – und es vielleicht an der einen oder anderen Stelle gar nicht kann. Außerdem würde ich euch gerne darauf hinweisen, dass ich keinen „doktrinischen“ Anspruch erheben will. Ich bin Laie – interessierter Laie, aber Laie, und ich stelle nicht mehr und nicht weniger als meine möglichst gut gefasste Meinung dar. Jeder soll sich das herausnehmen, das ihn interessiert, oder das ihm zusagt, oder ihm zu helfen scheint. Und eine Klausur am Ende des Semesters wird es auch nicht geben. 😉

Die Reihe wird in relativ loser Folge erscheinen, auch abhängig von der Resonanz, die sie hervorruft. Ich habe nicht unendlich viel Zeit zum Bloggen, aber ich denke, alle zwei Wochen wird spätestens ein Punkt abgearbeitet werden.

Wie soll nun die Reihe aussehen?

Ich möchte die Sache verständlich gestalten; deshalb wird es zu jeder vorgestellten Ethik Praxisbeispiele geben, die den Inhalt und die Anwendungsform der spezifischen Ethik klarmachen sollen.

Ich habe auch eine Gliederung erstellt, an die ich mich auch weitgehend halten werde:

„Ethik für Nicht-Dummies und andere Interessierte“

Vorrede (dieser Beitrag)

          Warum die Reihe?

          „Wissenschaftlicher“ Hinweis

          Lose Folge

          Wie solls gehen? / Gliederung / Praxisbeispiel

A. Ein wenig Grundlagenforschung

I – Was ist Ethik?

          Etymologie

          Erscheinungsformen

          Gegenstand der Ethik (Mensch und dessen Grundlagen)

          Abgrenzung zur Moral

          Abgrenzung zu anderen Philosophiesparten/Normativer Charakter der Ethik

II – Warum Ethik?

          Anthropologische Setzungen

          Warum Ethik als Philosophie? (Abstraktion)

          Bedeutung für die Moral

          Ethik und Moral – geht das eine ohne das andere?

          Die Prüfsteine – Diebstahl, Triage, Unrechtsherrschaft

B. Was gab es, was gibt es?

III – Ethik der christlichen Tradition

          Die Goldene Regel und die Bergpredigt

          Die apostolischen Briefe

          Mittelalter – Verbindung zu VI, VII

          Heutige Ethik

IV – Die Tugendethik des Aristoteles

V – Die Lustethik des Epikur

VI – Ciceros Stoa

VIII – Utilitarismus (Bentham/Locke/Moderne)

VII – Konventionalethik des frühmodernen Nationalstaats

IX – Exkurs: Machiavelli und die Staatsräson

C. Der alte Immanuel und seine Jünger

X – Immanuel Kant und die Metaphysik der Sitten

XI – Exkurs: Vernunft, Freiheit, Kategorien

XII – Was ist schlechthin gut?

XIII – Der kategorische Imperativ

XIV – Die Anwendung und Beispiele

XV – Hans Jonas und der ökologische Imperativ

          Modernisierung

          Redundanz

D. Moderne Strömungen

XVI – Schopenhauer und die „nichtnormative Ethik“

XVII – Nietzsche und die „Herrenmoral“

XVIII – Exkurs: Politische Ethiken – Nationalsozialismus, Kommunismus

XIX – Rückgriff: Der Regelutilitarismus

XX – „Weltethik“ – Jean-Paul Sartre und der Existenzialismus

 

XXI – Die ethisch-psychologische Methode Lawrence Kohlbergs

E. Und sonst noch…

XXI – Theoretisch-philosophische Fragestellungen

XXII – Reflektierender Rundumschlag

XXIII – Viel Glück und viel Segen…

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3 Kommentare leave one →
  1. leuchtspur permalink
    16. November 2007 12:06 am

    Hallo!
    Das sieht gut aus, dieses Unternehmen! Gibt es auch einen Abschnitt zur Begründung, vielleicht Letztbegründung, von Ethik?

  2. 16. November 2007 2:08 am

    Hallo,

    vielen Dank! Das ist wirklich gut.
    Wenn ich von meinem Vorkommentator aufgreifen dürfte würde mich das auch interessieren! – Letztbegründung von Ethik.

    Gruß

  3. thoroughthinking permalink
    16. November 2007 3:04 am

    Im nächsten Teil („Warum Ethik?“) werde ich darauf zu sprechen kommen. Danke für den Tip!

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