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Ubuntu kills hard disk?

30. Oktober 2007
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Über einen bösen Bug bei meinem derzeitigen Lieblings-OS Ubuntu (beziehungsweise dessen Varianten, wie Kubuntu, Xubuntu und Edubuntu) berichtet Slashdot. Er betrifft User, die dieses Betriebssystem auf Laptops einsetzen (was aufgrund der guten Hardware-Unterstützung und des mittlerweile anständigen Powersavings durchaus empfehlenswert ist).

Genau jenes Powersaving aber könnte zu einem bösen Erwachen führen, wenn man betreffenden Laptop viel am Akku benutzt. Um Strom zu sparen, nutzt Ubuntu eine sehr aggressive Politik beim Festplatten-Spindown, das heißt, die Festplatte wird sehr häufig komplett heruntergefahren. Dies allerdings ist für die Festplatte (bei Laptops ohnehin kaum auf Extrembelastung ausgelegt) sehr belastend; aus genau diesem Grund hatte ich das betreffende Feature bei meinem alten Windows-System komplett deaktiviert (übrigens ohne nennenswerte Unterschiede bei der Akkulaufzeit feststellen zu können).

Ubuntu übernimmt die Hersteller-Angaben für den Abstand dieser Spindown-Cycles scheinbar kritiklos. Das ist offenbar keine gute Idee, denn dieser liegt so bei nur 90 Sekunden. Eine durchschnittliche Laptop-Festplatte ist für ungefähr 600.000 dieser Cycles ausgelegt. Das sieht zwar aus, als hätte man einiges an Reserven (bei 3 Stunden Akkubetrieb täglich käme man immer noch auf 14 Jahre Lebensdauer), aber wenn man sehr viel unterwegs ist, kommt man schon bedenklich nahe an die normale Verwendungsdauer eines solchen Gerätes heran. Außerdem darf man nicht vergessen, dass es sich hier um Durchschnittswerte handelt und dass auch andere Faktoren die Lebensdauer der Festplatte verkürzen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, für den gibt es einen einfachen Workaround. Dazu öffnet man einfach die Datei
/etc/apm/event.d/20hdparm
mit einem Texteditor eigener Wahl (mit Root-Rechten). Dort sucht man die Zeile
„APMD_SPINDOWN=18“
und ändert den hinteren Wert. Dabei handelt es sich um die Zeit zwischen zwei Spindown-Zyklen, zu berechnen anhand der Formel „WERT * 5 Sekunden“. 18 bedeutet entsprechend 90 Sekunden. Der Maximalwert sind 240, was 1200 Sekunden, also knapp einer Stunde, entspricht.
Anschließend speichert man die Datei und aktualisiert die Einstellungen per
sudo update-rc.d hdparm defaults

Damit muss man sich um seine Festplatte keine Sorgen mehr machen und der kleine Pinguin ist  wieder ganz brav, wie rechts im Bild zu bewundern. Weiterhin viel Spaß mit eurem Ubuntu-Laptop 😉

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4 Kommentare leave one →
  1. 3. November 2007 1:51 pm

    Nun von der Leistung her, werden Laptop Festplatten auch gerne ob ihrer Größe in Media PCs eingesetzt und leisten dort auch großartiges. Da muß man sich also weniger Gedanken machen. Aber die Belastung per se durch dieses Spindown ist sehr hoch, da es immer irgendwelche Diskaktivitäten gibt auf dem regulären Desktop und was passiert, nicht gerade der beste Vergleich aber passend um das Prinzip zu verdeutlichen, wenn man eine Lamp permanent an und aus schaltet dürfte klar sein. Der Umstand des häufigen Spindowns bekommt keiner Festplatte gut. Zum anderen ist der Verbrauch dieser 2.5″ Platten ohnehin verschwindend gering, der Nutzen gegenüber dem möglichen Schaden daher eher zweifelhaft.

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/85428

    Von Google gabs da mal eine nette Studie und diese setzen ja bekanntermaßen 08/15 Hardware ein. Man steckt nicht drin und man muß leider bei diesen dumping-Preisen mehr und mehr mit Fehlern rechnen.

  2. freiheitblog permalink*
    3. November 2007 2:04 pm

    Wie gesagt, einen merkbaren Unterschied in der Akkulaufzeit konnte ich selbst bei meinem alten Acer nie feststellen und der Akku war wirklich extrem schlecht (2200 mAh). Da macht schon die Sendestärke des nächsten WLAN-APs mehr aus. Also kein Grund, dafür mit der Lebensdauer seiner Platte zu spielen.
    Wobei, wie ich jetzt erfahren habe, dieses Spindown-Event wohl nur getriggert wird, wenn in /etc/default/acpi-support der Eintrag „ENABLE_LAPTOP_MODE=true“ steht. Der Default wäre false, daher sind wohl nicht alle Laptops betroffen. Naja, schadet sicher nicht, das mal zu überprüfen. Better safe than sorry.

  3. Jan permalink
    21. November 2007 10:10 am

    Danke fuer den Hinweis.

  4. 27. August 2010 8:46 pm

    Netter Beitrag

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