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Ubucon: Tag 1

20. Oktober 2007

Heute war der erste Tag der Ubucon an der Hochschule Niederrhein in Krefeld. Der erste Tag stand im Zeichen der sogenannten „Entwicklerkonferenz“, was auch Themen wie Marketing und GUI-Programmierung einschloss. Damit war es für mich persönlich nicht ganz so interessant. Das eine oder andere gab es aber trotzdem mitzunehmen.

Interessant war der Vortrag „Open Source Software in der Lehre“, in dem es darum ging, wie OSS für Lehrveranstaltungen (insbesondere natürlich an der Hochschule) sinnvoll eingesetzt werden kann. Während die vorgestellte Mathe-Software (zumindest für eine personifizierte Mathe-Vier wie mich) eher abstrakt blieb, war es sehr informativ, zu erfahren, wie die Motivationen sind, OSS in der Lehre einzusetzen, was man dabei beachten muss und wo mögliche Probleme liegen.

Leider scheint die Überzeugung (dass nämlich Open Source an sich ein untertützenswertes und zukunftsfähiges Konzept darstellt) noch keine große Rolle bei der Auswahl von OSS für Seminare und Vorlesungen zu spielen. Ebenso wie beim „normalen Endanwender“ denken viele Professoren wohl ebenfalls bei freier Software eher an Freibier als an Freiheit- die „Verfügbarkeit und Kostenfreiheit“ spielte nämlich als Motivation eine wichtigere Rolle. Das zeigt, dass der Open Source-Gedanke in seiner ursprünglichen Form (noch?) nicht sehr verbreitet ist, wenn er selbst bei Professoren, die sich ja sicher mehr als die meisten Menschen mit der Materie verfassen, noch kaum Berücksichtigung findet.

Merkwürdigerweise sind viele Gegner von OSS auch noch immer der Meinung, kommerzielle Closed Source-Software wäre „besser“. Nun ist dieses Adjektiv natürlich sehr subjektiv und nicht immer verifizierbar. Aber fest steht, dass man die Qualität von Closed Source-Software nur sehr schwer beurteilen kann- man kann ja gar nicht sehen, was in einem Programm steckt. Ein Grund, wieso viele IT-Sicherheits-Experten (unter ihnen beispielsweise der bekannte Bruce Schneier) Open Source als die einzige Software bezeichnen, der man auch im sicherheitsrelevanten Bereich vertrauen kann- bei Closed Source kauft man quasi „die Katze im Sack“. Wie man angesichts dieser Tatsachen von „besserer“ Software reden kann, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Gerade in der Lehre dürften doch die hübsche GUI und im ersten Moment intuitivere Bedienbarkeit an sich kaum eine Rolle spielen.

Nachvollziehbarer war da schon der Gedanke, dass oft kommerzielle Software in den Firmen Standard ist. Hat man allerdings grundlegende Konzepte verstanden, ist es meist nicht allzu schwierig, sich auch auf andere Software einzustellen. Außerdem kommt es auch sehr darauf an, wo man arbeitet. So schwören im Security-Bereich viele Firmen auf Open Source (daher war dieser Bereich auch durchaus auf der Ubucon vertreten).

Interessant war auch die Tatsache, dass OSS durch den frei zugänglichen Quellcode das Experimentieren und den tieferen Einblick in die Software leichter macht- natürlich durchaus einleuchtend und gerade bei Informatik-Studenten bestimmt alles andere als unwichtig.

Somit bot dieser Vortrag durchaus einige lehrreiche Aspekte und war damit für mich ein guter Einstieg in die Messe. Diese war damit allerdings für mich noch nicht vorbei, denn während einige Kollegen sich noch einen fliegenden Roboter (samt Plüsch-Tux als Pilot) ansahen, war ich noch als Helferin im Einsatz, musste unter anderem Anmeldungen entgegennehmen und „Fanartikel“ verkaufen (mit denen ich mich natürlich auch selbst noch schamlos eingedeckt habe; wieso lässt man eigentlich grundsätzlich zuviel Geld auf Messen?).

Neben der Arbeit kam man auch noch mit vielen interessanten Leuten ins Gespräch- Entwicklern, Admins, und auch durchaus einigen Personen, die mein Interesse für den Security-Bereich teilen. Dazu wird hoffentlich morgen noch mehr Zeit sein. Da dieser Tag unter dem Thema „Server“ steht, habe ich ihn nämlich von morgens bis abends auf der Messe verplant.

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