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Kubuntu Linux 7.10 auf dem Samsung R-41 „Collin“

13. Oktober 2007

Meinem kleinen Laptop, einem Samsung R-41 „Collin“, wurde in den vergangenen Tagen ein Ubuntu Linux 7.10 „Gutsy Gibbon“ spendiert. Somit ist jetzt wohl der obligatorische „was funzt wie“-Bericht fällig für alle, die ebenfalls ein solches Gerät ihr eigen nennen (oder einfach Interesse haben).

Verwendete Distribution ist wie gesagt das neueste Ubuntu- oder genauer gesagt entschied ich mich für die KDE-Version, aus dem einfachen Grund, dass ich persönlich KDE hübscher und intuitiver zu bedienen finde. Das bleibt natürlich dem Geschmack des jeweiligen Users überlassen, technisch ist ohnehin so ziemlich das selbe unter der Haube. Kubuntu also.

Die Installation funktionierte (trotz etwas exotischer Partitionierung) problemlos. Nach dem Reboot erste Bestandsaufnahme: Tastatur-Layout mit allen Sonderzeichen funktioniert problemlos (man darf nur nicht vergessen, die „Eliminate Dead Keys“-Option beim Installieren auszuwählen).

Der Sound, beim Vorgänger Feisty noch mehr als problematisch, funktioniert nun problemlos out of the box (es handelt sich wohl um eine ATI-Soundkarte, allerdings wird sie auch schonmal als „SB“ oder ähnliches gelistet- egal, Hauptsache, mein Linux kommt damit klar).

Auch grafisch gibt es nichts zu bemängeln, meine Karte (ATI Radeon XPress 200M) wird out of the box erkannt und entsprechend versorgt. Angenehm ist, dass die Vanilla-Treiber jetzt auch die Breitbild-Auflösung (1280*800) unterstützen. Bei Feisty gab es da immer noch verzerrtes 1024*768 zu „bewundern“, was bei längerem Arbeiten doch sowohl nervig als auch kopfschmerzträchtig ist. Da scheint Gutsy echt nachgebessert zu haben- hübsch war diese Distri schon immer, nun wird sie auch auf Anhieb vernünftig dargestellt. Für die meisten Zwecke würden die Standard-Treiber also vollkommen ausreichen. Da ich aber vorhabe, mit dem Laptop gelegentlich auch zu spielen (beispielsweise Diablo 2 unter Wine und die Linux-Version von UT 2003) entscheide ich mich doch für die 3d-Treiber des Herstellers, die sich einfach durch einen Klick auf das „Restricted Drivers“ Icon im Tray und einen entsprechenden Haken aktivieren lassen (es geht natürlich auch ganz klassisch per Konsole).

Wo wir bei Restricted Drivers sind: Diese sind standardmäßig auch schon für meine eingebaute Atheros-WLAN-Karte aktiviert. Bis ath5k draußen ist, geht einfach kaum ein Weg an madwifi-ng vorbei, was der Installer anscheinend berücksichtigt hat. Naja, technisch sind die Treiber okay, mit dem gelegentlichen „Module taints kernel“ muss man wohl noch eine Weile leben. Dafür ist es eine Atheros. Für die meisten Zwecke kann die Karte so benutzt werden, für einige weitergehende technische Spielereien benötigt man noch das Paket „madwifi-tools“. Die Empfangsleistung ist unter Linux ebenso über jeden Zweifel erhaben wie unter dem bunten OS-Emulator aus Redmont.

LAN (RTL 8139, nichts tolles aber es gehen Nullen und Einsen durch) ist wie erwartet kein Problem, über das integrierte Modem kann ich mangels analoger Internetverbindungen zum Testen nichts sagen. Unter Feisty soll es wohl laut Berichten im Internet funktioniert haben, eigene Erfahrungen habe ich aber auch dazu nicht.

Mit den Eingabegeräten läuft es gut; das Touchpad funktioniert, ist zwar etwas überdurchschnittlich sensibel, aber da das ohnehin meiner bevorzugten Einstellung entspricht, werte ich das als Pluspunkt. Probleme mit der integrierten Scrollzone haben ich ebenfalls keine. Meine Razer Diamondback hat ohnehin auf keiner Distri ab Debian Sarge jemals Probleme bereitet.

Der Cardreader (Ricoh) kommt mit SD-Karten problemlos klar, über andere Formate kann ich mangels Testobjekten nichts sagen, vermute aber, dass auch das kein Problem sein sollte. USB ist ohnehin nur noch Formsache, der externe Brenner wird ebenso erkannt wie mein Thomson Lyra, die Maus und die externe Festplatte. Letztere lässt sich jetzt trotz NTFS-Formatierung auch beschreiben, was sehr angenehm ist, wenn Speichermedien unter allen Betriebssystemen verwendbar sein sollen und man trotzdem nicht wie bei FAT in der Dateigröße beschränkt sein will.

Da alle wichtige Hardware offenbar funktioniert, geht es ans Testen der Feinheiten. Bei Laptops oft ein Kritikpunkt: Die Funktionstasten (Hardware-Schalter hat dieses Gerät keine). Von Links oben der Reihe nach durch und mal schauen, was geht…

Der Schalter für den Ruhezustand spricht offenbar hervorragend an, da der Ruhezustand aber noch nicht funktioniert (anders als bei Feisty, ich vermute einen Bug in der Pre-Release-Version und hoffe auf baldige Abhilfe) führt das Betätigen dieser Taste geradewegs in die Katastrophe: Laptop tot, Bildschirm bis auf ein Prompt dunkel, Neustart erforderlich. Man kann sich damit trösten, dass diese Funktionstaste wahrscheinlich nach beheben des Bugs beim Hibernate nutzbar sein wird.
Die Anzeige für den Batterie-Ladestand funktioniert nicht. Hierbei bleibt man wohl auf das KDE-Tool (beziehungsweise das entsprechende Äquivalent bei Gnome) angewiesen, was ich aber für verschmerzbar halte.
Das Umschalten zwischen mehreren Monitoren habe ich noch nicht getestet.
Ausschalten der Hintergrundbeleuchtung ist problemlos möglich, im Gegensatz zu Windows übrigens auch bei „gesperrtem“ Rechner oder ohne angemeldet zu sein.
Ton aus funktioniert auch, allerdings bleiben einige Systemsounds trotzdem hörbar (was ziemlich peinlich sein kann). Das scheint allerdings eher am Sound-Treiber als an den Funktionstasten zu liegen. „Mute on“ oder „Mute off“ wird angezeigt, das Icon im Tray zeigt ebenfalls an, dass der Ton aus ist- leider hält sich der akustische Effekt in Grenzen. Momentan mein größtes Problem.
Der Schalter für das WLAN macht keine Probleme, allerdings fällt auf, dass er nach Benutzung für etwa 10 Sekunden „gesperrt“ zu sein scheint und sich erst dann wieder umschalten lässt. Da aber wohl die wenigsten Leute ihr WLAN permanent an- und ausschalten ist das ein eher akademisches Problem.
Auch das Touchpad lässt sich ohne weiteres ein- und ausschalten.
Der „Etikette-Modus“ scheint dagegen nicht zu funktionieren.
Num-Lock (bei diesen Laptop eine Funktionstaste) funktioniert und wird auch über die Indikator-LED korrekt angezeigt. Somit lässt sich auch der integrierte Ziffernblock benutzen.
Scroll-Lock funktioniert ebenfalls, allerdings wird anscheinend die LED nicht angesprochen.
Die Funktionstasten für die Lautstärkeregelung funktionieren nur teilweise. Sie schalten immer nur um eine „Stufe“, also 11%, um, was ziemlich lästig sein kann. Hoffentlich wird hier noch nachgebessert.
Die Display-Helligkeit dagegen lässt sich problemlos von sehr hell bis sehr dunkel in feinen Schritten einstellen.

Als nächstes wird das Power Saving, lange eine Schwäche von Linux, getestet. Hier ist mein Eindruck wirklich positiv: Die Laufzeit scheint ziemlich genau der unter Windows XP zu entsprechen (bei diesem Modell also locker drei Stunden, wenn man mit minimaler Display-Helligkeit auskommt und die CPU und Grafik nicht allzu stark belastet). Zwar wird im Tray die Taktfrequenz meines Core Duo wie bei Feisty noch immer falsch angezeigt (2 GHz unter Volllast bei einem 1,6er, nun gut…), das Speed Stepping als solches ist aber angesichts des Ergebnisses wohl in Ordnung. Hauptsache, der Ladezustand der Batterie stimmt, und damit scheint es keine Probleme zu geben (weder beim Akku selbst noch bei der entsprechenden Anzeige in KDE).

Als nächstes fehlen dann noch ein paar Spiele und DVB-T, damit auch der Unterhaltungswert stimmt. Zum Arbeiten ist der Laptop so jedenfalls schon sehr sehr gut zu benutzen.

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3 Kommentare leave one →
  1. Toxic permalink
    11. Januar 2008 6:17 am

    Hallo

    Habe den selben Lappy…kannst du mir sagen welchen Chipsatz die Atheros Card hat??

  2. Annika permalink*
    11. Januar 2008 11:16 am

    Laut LSPCI handelt es sich dabei um das Modell „AR2413“.

Trackbacks

  1. Linux-Benutzung » Re: KONKLUSION: Linux ist (K)EIN Unix-Derivat, Linux ist unixoid - IBMs Linux-Eifer ist ungebremst

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