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Erhöhte Bedrohungslage

5. September 2007
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Wie die tagesschau berichtet, wurden am gestrigen Nachmittag drei Terrorverdächtige in Deutschland festgenommen. Angeblich hat man damit offenbar kurz bevorstehende Attentate verhindert. Als mögliche Ziele gelten der Frankfurter Flughafen und die US-Militärbasis Ramstein.

Nähere Informationen scheint es bisher noch nicht zu geben (noch nicht einmal, wo genau die Festnahmen nun stattfanden), allerdings bestätigte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung die Festnahme und einige damit verbundene weitergehende Ermittlungsarbeiten- sowie die Tatsache, dass die Festgenommenen zu einer „islamistisch motivierten Terrorvereinigung“ gehören (was auch sonst). Anstatt Informationen gab es dann wieder Beunruhigendes, aber wenig Konkretes zu hören, wie wir es von der derzeitigen Regierung schon gewöhnt sind: Verteidigungsminister Franz Josef Jung bestätigte die Festnahme im ARD-Morgenmagazin und sprach von einer „sehr konkreten“ Bedrohungslage. Der Minister lobte die Arbeit der Sicherheitsbehörden, äußerte sich aber nicht zu Einzelheiten. Nichts anderes hätten wir erwartet. Anstatt sich informiert und objektiv ein Bild zu machen darf der Bundesbürger nun rätseln, wo genau der Unterschied zwischen einer „abstrakten“ und einer „konkreten“ Bedrohungslage liegt- und ob er sich angesichts von letzterer überhaupt noch aus dem Haus traut. Oder ob er sich den Bundestrojaner schonmal direkt auf CD bestellt und von Hand installiert, um ja nicht mit schuld an möglichen Anschlägen zu sein.

Möglicherweise sind die Bundesbürger aber auch kritisch und hinterfragen die offizielle, wahrscheinlich einseitige Darstellung der konkreten Bedrohung. Möglicherweise denken sie dieses eine Mal gründlich nach, ohne sich von ihrer Angst einen bestimmten Weg vorgeben zu lassen. Es steht zu hoffen. Bisher allerdings hat es so nicht funktioniert. So oder so jedenfalls werden die heute bekannt gewordenen Ereignisse die derzeit ohnehin hitzige Sicherheitsdebatte noch einmal maßgeblich beeinflussen. Wie, bleibt abzuwarten.

Ich jedenfalls werde heute ganz normal arbeiten gehen, öffentliche Verkehrsmittel benutzen und wenn mir danach ist auch in die Stadt einkaufen gehen. Und ich werde jedem, der danach fragt, sagen, dass auch ein „angeblich“ verhinderter Anschlag und eine „konkrete Bedrohungslage“ (wie auch immer sich die genau definiert) keine eklatanten Eingriffe in meine Persönlichkeits- und Freiheitsrechte rechtfertigen. Denn: Freiheit statt Angst! Jetzt erst Recht! Sonst haben die Terroristen schon gewonnen.

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5 Kommentare leave one →
  1. 5. September 2007 11:53 am

    Hi Annika,

    „Nähere Informationen scheint es bisher noch nicht zu geben“

    Kein Wunder, IMHO. 😉 Die Pressekonferenz der Bundesanwaltschaft hat erst um 11:00 Uhr angefangen: http://www.generalbundesanwalt.de/de/showpress.php?newsid=284

    LG
    Dominik

  2. freiheitblog permalink*
    5. September 2007 11:55 am

    Danke für den Tipp 🙂 dann werde ich mich da mal auf dem laufenden halten.

  3. 5. September 2007 11:15 pm

    Die Bedrohung war ja anscheinend doch sehr konkret, wenn ich die Medien von heute so richtig verstanden habe. Die haben sich ja auch ganz gut gewehrt bei der Festnahme. Also, Freiheit hin, Observation her: Man darf vielleicht auch einmal aunahmsweise an dieser Stelle die Polizisten loben. Das tut nämlich sonst irgendwie keiner. Also: Gut gemacht, ihr maskierten Menschen in grün. Äh, blau. Äh. Welche Farbe hat die GSG9?? Naja, egal…

  4. 6. September 2007 10:05 pm

    Die GSG9 rückt meistens in schwarz an.
    Sicher, in dem Fall scheinen die Maßnahmen ja gerechtfertigt zu sein. Was man aber viel eher erwähnen sollte ist, dass das alles OHNE Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung & Co. ging.

  5. freiheitblog permalink*
    6. September 2007 10:17 pm

    Tja, Markus und Basti, da habt ihr in meinen Augen beide recht. Ja, die Ermittler haben gute Arbeit geleistet und das sollte man auf jeden Fall honorieren.
    Aber wie Markus sagt: Es hat mit den Mitteln funktioniert, die wir haben. Wir sollten sagen: „Schön, dass wir in so einem sicheren Land leben, wo die Polizei Gefahren im Vorfeld abwendet“ und nicht den diffusen Angstparolen irgendwelcher Politiker glauben, die uns zu suggerieren versuchen, dass das alles ein Grund zur Angst ist und nicht viel eher zur Erleichterung. Was ist das für eine Logik? „Wir haben einen Anschlag erfolgreich verhindert, also müssen wir weiter aufrüsten, damit wir andere Anschläge verhindern können, weil man ja sehen kann, dass das nötig ist“? Das ist keine Logik. Es geht einzig und allein um die Tatsache, dass der Terrorismus im öffentlichen Bewusstsein wieder präsent ist und der durchschnittliche Bürger darauf nunmal nicht rational reagiert. „Terror??? Panik!!!“ Das haben diverse Politiker ja auch nach Kräften unterstützt. Und nun nutzen sie genau das aus.

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