Skip to content

Tor-Admin –> Terrorist???

10. Juli 2007
by

In unserem Sicherheits- beziehungsweise Präventionsstaat ist es offenbar schon alles andere als ungefährlich, Anonymisierungsserver zu betreiben, über die Andere anonym im Internet surfen können. Dies musste nun offenbar auch Karsten N., Administrator eines Tor-Servers, erfahren.

Nachdem das BKA auf ihn aufmerksam geworden war (aus welchen Gründen auch immer, möglicherweise, weil jemand über seinen Server unrechtmäßige Handlungen begangen hat) wurde zunächst der Vertrag mit seinem Server-Hoster fristlos gekündigt. Durch Einschalten der Presse ging der Server allerdings nach kurzer Zeit wieder ans Netz.

Was dann allerdings folgte, war vorsichtig ausgedrückt sehr beunruhigend für den Betroffenen. Er berichtet: „Vor einigen Monaten erhielt ich anonym den Hinweis, dass eine Telekommunikationsüberwachung gegen mich eingeleitet oder durchgeführt wurde und dass ich in bestimmten Datenbanken erfasst bin.“

Offenbar sind die Befürchtungen vieler Datenschützer nicht nur der Selbstzensur entspringende Angstphantasien, sondern liegen durchaus im Bereich des Möglichen, wie dieses Beispiel zeigt.

Noch dazu weigern sich die zuständigen Stellen bisher, Karsten N. Auskunft zu erteilen, was überhaupt gegen ihn vorliegt.

Es ist vorsichtig gesagt ein schlechtes Zeichen, dass unser Staat nun offenbar schon den aktiven Datenschutz im Internet auf eine solche Art und Weise bekämpft. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es hier vor allem darum geht, Dienste wie Tor „aus dem Weg zu schaffen“, indem man ihre Admins schikaniert- insbesondere, da das Schicksal von Karsten N. zwar ein Extrem- aber kein Einzelfall ist, wissen doch auch andere Tor-Admins von wiederholten Durchsuchungen und juristischen Schikanen zu berichten.

Das mindeste, was die Community der Bürgerrechtler und Datenschützer nun tun kann, ist, Öffentlichkeit zu schaffen und Solidarität zu demonstrieren; schließlich riskieren die Tor-Admins einiges dafür, dass wir auch im Präventionsstaat Deutschland noch ohne Kontrolle surfen können.

Ein weitergehender Bericht zu diesem Vorfall, den ich jedem ans Herz legen möchte, ist bei Kai Raven zu finden:
Vom Tor und Mixmaster Admin zum „Gefährder“?

Advertisements
One Comment leave one →
  1. 11. Juli 2007 10:16 am

    Ich demonstriere hiermit ganz un-anonym meine Solidarität. Offensichtlich liegt ja kein konkreter Verdacht vor. Aber das brauch ja keiner dem Herrn Innenminister zu erzählen …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: